Lebhaftes Politikfrühstück zum Thema Prostitution

Im Rahmen der Frauenkulturtage veranstalteten die Hertener Grünen auch in diesem Jahr ein Politfrühstück. Unter dem Motto „Prostitution in Herten – Vorurteile und Mythen“ trafen sich rund 40 Frauen im AWO-Treffpunkt Schürmannswiese um mit den eingeladenen Expertinnen Josefine Paul (frauenpolitische Sprecherin von Bündnis 90/ Die Grünen im Landtag NRW), Astrid Gabb (Madonna e.V.), Andrea Becker (Leiterin des Frauenhauses in Herten) und Maresa Kallmeier (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Herten) zu diskutieren.

Einleitende Statements der Expertinnen beleuchteten die schwierige Gemengelage rund um den Straßenstrich in Herten und den seit Januar geltenden Sperrbezirk für den Bereich Gelsenkirchener Straße/ Münsterstraße. Die anschließende lebhafte Diskussion drehte sich nicht nur über den Sperrbezirk selbst, sondern auch über den in Herten anberaumten „Runden Tisch Prostitution“. Josefine Paul gab diesbezüglich zu bedenken: „Die Idee eines Runden Tisches ist grundsätzlich gut. In ihm können alle Beteiligten ihre Sicht auf das Thema einbringen und mögliche Lösungsansätze gemeinsam diskutieren. Ein Runder Tisch darf allerdings nicht als Feigenblatt dienen und muss ergebnissoffen und im Sinne der betroffenen Frauen angelegt sein.“

Einig war man sich in der Diskussionsrunde, dass ein generelles Verbot von Prostitution keine Verbesserung der betroffenen Frauen darstellen würde. Vielmehr wären gute Rahmenbedingungen und eine ausreichende Beratungsstruktur für Prostituierte notwendig. Eine ausreichende Beleuchtung der ausgewiesenen Flächen oder auch die Möglichkeit der Aufstellung von Verrichtungsboxen in Herten muss aus Sicht der Grünen erneut diskutiert werden. Der Fingerzeig der Anwesenden richtet sich dabei auch auf die umliegenden Städte, die vom Straßenstrich in Herten/Gelsenkirchen bisher sowohl ihre Augen, als auch ihre Geldschatullen  verschließen.

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