Herten von Fracking umzingelt

Klimaschädlich, umweltbelastend und ökonomischer Unsinn lautet das Ergebnis des Informationsabends zum Fracking. Die Hertener Grünen hatten den Kreisverband und die Bürgerinnen und Bürger am Mittwoch zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion in Europas ehemals größte Bergbaustadt eingeladen.

Oliver Krischer MdB Bündnis 90 / Die Grünen

Oliver Krischer MdB Bündnis 90 / Die Grünen

Als Redner kam Oliver Krischer, MdB und energiepolitischer Sprecher der Ökö-Partei aus Berlin in die gut besuchte Veranstaltung. Krischer beschrieb in seinem Vortrag wie bei jedem Frackvorgang Unmengen Trinkwasser, Sand und ein hochgiftiger Chemiecocktail mit einem immens hohem Energieaufwand in große Tiefen gepresst werden. Dies berge hohe Risiken für Mensch und Umwelt, so können Grund- und Oberflächengewässer durch die eingesetzten Chemikalien und nach oben steigende Gase belastet werden. Erdbeben seien nicht ausgeschlossen. Der Flächenverbrauch sei immens, da die Bohrfirmen wie eine Karawane von Bohrstelle zu Bohrstelle zögen. Ebenso bedenklich sei die vollends ungeklärte Frage der Entsorgung des kontaminierten Abraums und des Abwassers. „Altlasten gibt es im Ruhrgebiet genug!“

m Bild von links nach rechts: Maaike Thomas, Oliver Krischer, Birgit Sandkühler, Martina Herrmann

m Bild von links nach rechts: Maaike Thomas, Oliver Krischer, Birgit Sandkühler, Martina Herrmann

Demgegenüber stellte der Berliner Abgeordnete die angeblichen ökonomischen Vorteile durch sinkende Gaspreise und gewisse Unabhängigkeit als sehr gering dar. Die in Deutschland förderbaren Gasmengen seien für einen langfristig spürbaren Effekt zu klein. Dennoch würden nach den Plänen der Bundesregierung über 80 % des Bundesgebietes rein rechtlich fördertauglich sein. Man beabsichtige zwar Fracking in Trinkwasserschutzgebieten (14% des Bundesgebietes) zu untersagen, jedoch würde das quasi einen Erlaubnisautomatismus für den Rest der Republik nach sich ziehen.

Maaike Thomas, Bundestagkandidatin der Ökos im Kreis, informierte die Versammlung, dass Herten quasi umzingelt von genehmigten Bohrlöchern sei. Martina Herrmann, Sprecherin der Hertener Grünen befürchtet, dass die durch das geltende Bergrecht einfache Genehmigungspraxis, zu weiteren Bohrgenehmigungen führen wird. Oliver Krischer: „ Das Moratorium steht auf ganz dünnem Eis.“

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