Antrag AKW Tihange

Zum AKW (Atomkraftwerk) Tihange stellt die Fraktion der Grünen Herten folgen Antrag im Rat:

Antrag gemäß §14 GeschO des Rates der Stadt Herten

Hier: „Antrag AKW Tihange“

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

wir bitten Sie, folgenden Antrag dem Rat der Stadt Herten zum Beschluss vorzulegen.

  1. Die Stadt Herten nimmt Kontakt mit der Städteregion Aachen auf und schließt sich den dortigen Klagen gegen das Atomkraftwerk Tihange an.

  2. Die Verwaltung stellt den Ratsfraktionen das Konzept der Katastrophenschutzbehörde des Kreises hinsichtlich des Hertener Stadtgebiets schriftlich zur Verfügung und informiert darüber in den entsprechenden Fachausschüssen

 

Begründung

Die Problematik des belgischen Atomkraftwerks Tihange, nahe der deutschen Grenze, ist allen bekannt.

Es machte deutlich, wo der radioaktive Fallout bei einem Atomunfall im Falle einer Explosion landet. Neben dem Aachen/Eifeler Raum als größte Gefahrenzone bei einem GAU unter normalen Westwind-Bedingungen, liegt auch Herten in der zweitgrößten Gefahrenzone.

Wie man ebenfalls mittlerweile weiß, sind Haarrisse in der Reaktorwand nachgewiesen, und der Betreiber hat bereits zweimal die Kühlwassertemperaturen angehoben, um die Wahrscheinlichkeit eines Kälteschocks bei einer Notkühlung zu verringern. Das Kraftwerk werde somit derzeit knapp unterhalb der Zulassungsgenehmigung betrieben. Dies deutet darauf hin, dass selbst der Betreiber sich seiner Sache nicht sicher ist.

 

Tihange bedeutet für unsere Region eine Bedrohung!

In der Kernzone, Aachen und der Eifeler Raum, wäre alles Leben sofort tot. Die Landschaft für mindestens 200 Jahre unbewohnbar. Auch die Hertener Bewohner wären betroffen.

Deutsche und niederländische Städte und Kreise entlang der Grenze sind gleichermaßen betroffen und ziehen in Sachen „Tihange“ an einem Strang. Eine Klage in Belgien ist in Vorbereitung.

Die Stadt Aachen und ihre kommunalen Mitstreiter in der Gefahrenzone unterstützen bereits das rechtliche Vorgehen. Beinahe täglich melden sich weitere Kommunen, die sich ebenfalls an den Verfahren beteiligen wollen. Auch Herten sollte sich an diesem Rechtsstreit beteiligen.

Bei der Diskussion über einen möglichen Atomunfall wird auch immer wieder die Frage aufgeworfen, inwieweit und in welcher Form ist Herten auf eine mögliche Katastrophe vorbereitet?

Zuständig für den Katastrophenschutz ist der Kreis Recklinghausen, aber dennoch ist es für den Stadtrat und die Bürger wichtig zu wissen, wie die Planungen des Kreises Recklinghausen für das Gebiet der Stadt Herten aussehen, sollte es zu einer Katastrophe kommen. Die Bürger sollten bereits im Vorfeld eines Vorfalls wissen, was man von ihnen erwartet und wie und wo Hilfe angeboten wird.

 

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